Rechner · Finanzplanung
Einkommensteuer-Rechner 2026 für Selbstständige
Schätze die tarifliche Einkommensteuer aus Jahresgewinn, weiteren Einkünften und persönlichen Abzügen. Der Rechner verwendet den amtlichen Einkommensteuertarif 2026 und kann das Splittingverfahren abbilden.
Von Klaus Schaumberger · Stand: 5. Oktober 2026

Einkommensteuer-Rechner 2026
Einkommensteuer für Selbstständige schätzen
Tarif 2026 mit Grundfreibetrag und optionalem Splitting; ohne Datenspeicherung. Alle Eingaben bleiben in deinem Browser.
Rechenweg und Einordnung
Stand: 5. Oktober 2026. Unverbindliche Modellrechnung, keine Steuer-, Rechts- oder Sozialversicherungsberatung.
Wie wird die Einkommensteuer für Selbstständige berechnet?
Ausgangspunkt ist nicht der Umsatz, sondern der steuerliche Gewinn. Zusammen mit weiteren Einkünften und nach persönlichen Abzügen entsteht das zu versteuernde Einkommen. Darauf wird der progressive Einkommensteuertarif angewendet. 2026 bleiben nach dem Grundtarif bis zu 12.348 Euro steuerfrei. Gewerbesteuer-Anrechnung, Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag werden gesondert geprüft.
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Wichtig: Gewinn ist nicht automatisch das zu versteuernde Einkommen. Beiträge zur Kranken- und Altersvorsorge, Sonderausgaben, Freibeträge, weitere Einkünfte und persönliche Sachverhalte verändern die Bemessungsgrundlage.
Die Kalkulation vervollständigen: mit dem Brutto-Netto-Rechner für Selbstständige betrieblichen Gewinn und privaten Finanzbedarf gegenüberstellen.
Wie rechnet das Tool?
Aus Gewinn und weiteren steuerpflichtigen Einkünften werden die von dir eingegebenen Abzüge abgezogen. Das Ergebnis dient als vereinfachtes zu versteuerndes Einkommen. Der Restbetrag nach Abzug der Tarifsteuer ist kein verfügbares Nettoeinkommen: Steuerliche Abzüge, tatsächliche Zahlungen und private Lebenshaltung sind getrennt zu betrachten. Der Tarif 2026 lässt Beträge bis 12.348 Euro steuerfrei. Danach steigt der Grenzsteuersatz progressiv; ab den gesetzlichen Tarifgrenzen greifen 42 beziehungsweise 45 Prozent.
Bei Zusammenveranlagung wird das gemeinsame zu versteuernde Einkommen halbiert, die Steuer für die Hälfte berechnet und anschließend verdoppelt. Das ist das gesetzliche Splittingverfahren. Der Vorteil hängt von der Verteilung der Einkommen ab; bei gleich hohen Einkommen ist er gering.
Beispiel: 70.000 Euro Gewinn
Angenommen, du erzielst 70.000 Euro Jahresgewinn und kannst 12.000 Euro an Vorsorge- und Sonderausgaben berücksichtigen. Das vereinfachte zu versteuernde Einkommen beträgt 58.000 Euro. Darauf wendet der Rechner die entsprechende Tarifzone an. Die Ausgabe ist eine Rücklagenhilfe, kein vorweggenommener Steuerbescheid.
Was nicht enthalten ist
- Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag;
- Gewerbesteuer-Anrechnung nach § 35 EStG;
- Progressionsvorbehalt, außergewöhnliche Belastungen und Kinderfreibeträge;
- ermäßigte Besteuerung besonderer Einkünfte;
- Kapitalerträge mit gesondertem Tarif;
- Vorauszahlungen, Anrechnungen und bereits einbehaltene Steuern.
Für gewerbliche Einzelunternehmer ist besonders wichtig, Einkommensteuer und Gewerbesteuer nicht einfach zu addieren. Die mögliche Anrechnung prüfst du im Gewerbesteuer-Rechner. Freiberufler zahlen grundsätzlich keine Gewerbesteuer, sofern ihre Tätigkeit steuerlich tatsächlich als freiberuflich anerkannt wird.
Wie hoch sollte die Steuerrücklage sein?
Teile die geschätzte Jahressteuer nicht blind durch zwölf, wenn dein Gewinn stark schwankt. Aktualisiere die Hochrechnung regelmäßig mit Ist-Zahlen. Plane zudem mögliche Nachzahlungen und gleichzeitig steigende Vorauszahlungen ein. Eine getrennte Steuerrücklage auf einem Unterkonto schützt die operative Liquidität.
Vom Umsatz zum zu versteuernden Einkommen
Der Umsatz ist die Summe deiner betrieblichen Erlöse. Nach Abzug der betrieblich veranlassten Ausgaben entsteht der steuerliche Gewinn. Dieser Gewinn fließt zusammen mit weiteren Einkünften – beispielsweise aus Vermietung oder nichtselbstständiger Arbeit – in die persönliche Einkommensteuer ein. Erst nach Berücksichtigung gesetzlicher Abzüge entsteht das zu versteuernde Einkommen.
Der Rechner verkürzt diesen Weg bewusst: Du gibst Gewinn, weitere Einkünfte und eine zusammengefasste Position für persönliche Abzüge ein. Dadurch eignet er sich für eine Rücklagen- und Businessplan-Schätzung. Er ersetzt keine vollständige Einkommensteuererklärung, weil viele Abzüge besonderen Voraussetzungen, Höchstbeträgen und Günstigerprüfungen unterliegen.
Wie funktioniert der progressive Tarif 2026?
Bis zum Grundfreibetrag von 12.348 Euro fällt nach dem Grundtarif keine tarifliche Einkommensteuer an. Oberhalb steigt die Belastung in zwei Progressionszonen. Danach gelten lineare Tarifbereiche mit 42 Prozent und für sehr hohe Einkommen 45 Prozent. Wichtig: Erreichst du eine höhere Zone, wird nicht dein gesamtes Einkommen mit diesem Satz besteuert. Der höhere Grenzsteuersatz betrifft nur den jeweils zusätzlichen Teil.
Deshalb liegt der Durchschnittssteuersatz deutlich unter dem höchsten persönlichen Grenzsteuersatz. Der Rechner zeigt den Durchschnitt: tarifliche Steuer geteilt durch das vereinfachte zu versteuernde Einkommen. Für die Frage, wie stark ein zusätzlicher Auftrag belastet wird, ist dagegen der Grenzsteuersatz wichtiger.
Einzel- und Zusammenveranlagung
Bei Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartnern kann unter den gesetzlichen Voraussetzungen das Splittingverfahren angewendet werden. Der Rechner halbiert dafür das gemeinsame zu versteuernde Einkommen, berechnet den Tarifbetrag und verdoppelt ihn. Besonders bei unterschiedlich hohen Einkommen kann daraus ein Vorteil entstehen.
Die Auswahl „Zusammenveranlagung“ bedeutet nicht, dass du nur deinen eigenen Gewinn einträgst und automatisch einen realistischen gemeinsamen Steuerbetrag erhältst. Für eine belastbare Schätzung müssen die Einkünfte und Abzüge beider Personen einbezogen werden.
Vorauszahlungen und die typische Doppelbelastung
Nach der ersten Steuererklärung setzt das Finanzamt häufig vierteljährliche Vorauszahlungen fest. Gleichzeitig kann eine Nachzahlung für das vergangene Jahr entstehen. Wächst der Gewinn, treffen Nachzahlung und angehobene Vorauszahlung zeitlich aufeinander. Diese Liquiditätswirkung ist für Gründer oft schwieriger als die Steuerhöhe selbst.
Aktualisiere die Jahreshochrechnung deshalb mindestens quartalsweise. Ist der Gewinn dauerhaft höher, erhöhe deine Rücklage. Ist er nachweisbar niedriger, kann ein Antrag auf Anpassung der Vorauszahlungen sinnvoll sein. Eine Herabsetzung verschiebt keine tatsächlich entstehende Jahressteuer; sie sollte auf realistischen Zahlen beruhen.
Welche Abzüge können relevant sein?
- Beiträge zur Basis-Kranken- und Pflegeversicherung;
- gesetzliche oder begünstigte Altersvorsorgebeiträge;
- weitere Sonderausgaben im gesetzlichen Rahmen;
- außergewöhnliche Belastungen nach zumutbarer Eigenbelastung;
- Kinder- und persönliche Freibeträge;
- Verlustverrechnung aus anderen Einkunftsquellen;
- abziehbare Spenden.
Haushaltsnahe Steuerermäßigungen nach § 35a EStG mindern unmittelbar die Steuer und dürfen nicht als Abzug vom Einkommen eingetragen werden. Der Rechner berücksichtigt sie nicht. Nicht jeder privat gezahlte Betrag mindert das zu versteuernde Einkommen. Manche Positionen reduzieren stattdessen direkt die Steuer, andere wirken nur begrenzt oder gar nicht. Trage im Rechner daher keine beliebige Summe ein, sondern eine nachvollziehbare Schätzung aus Vorjahresbescheid, Steuerprogramm oder Beratung.
Passt das Ergebnis zu deiner Finanzplanung?
Besprich Umsatz, Kosten, private Ausgaben und Rücklagen für dein konkretes Vorhaben mit uns.
Gewerbesteuer, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer
Bei gewerblichen Einkünften kann § 35 EStG die Einkommensteuer ermäßigen. Diese Wirkung hängt vom Gewerbesteuer-Messbetrag, der tatsächlich gezahlten Gewerbesteuer und der anteiligen Einkommensteuer ab. Nutze dafür den verknüpften Gewerbesteuer-Rechner.
Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer sind in diesem Rechner nicht enthalten. Der Solidaritätszuschlag greift nach eigenen Freigrenzen und einer Übergangszone. Kirchensteuer hängt vom Bundesland und der persönlichen Kirchenzugehörigkeit ab. Für eine vorsichtige Liquiditätsplanung kannst du dafür einen zusätzlichen Puffer einplanen.
Beispiel für eine laufende Steuerrücklage
Angenommen, deine aktuelle Hochrechnung ergibt 18.000 Euro tarifliche Einkommensteuer. Hast du bislang 6.000 Euro vorausgezahlt, fehlen für das Jahr noch 12.000 Euro. Bei sechs verbleibenden Monaten müssten rechnerisch 2.000 Euro pro Monat zurückgelegt werden. Zusätzlich sollte geprüft werden, wann die nächste Vorauszahlung fällig ist.
Bei schwankenden Einnahmen ist eine prozentuale Rücklage oft praktikabler. Überweise nach jedem Zahlungseingang einen festgelegten Anteil auf ein Steuerkonto und gleiche ihn quartalsweise mit der konkreten Hochrechnung ab.
Hinweise für die Gründungsplanung
Ein pauschaler Steuersatz auf den Umsatz berücksichtigt weder Betriebsausgaben noch die persönliche Tarifprogression und eignet sich deshalb nicht zur Ermittlung der Einkommensteuer. Ebenso problematisch ist es, Krankenversicherung und private Lebenshaltung als Betriebsausgaben vom Gewinn abzuziehen. Sie beeinflussen zwar deinen privaten Finanzbedarf und teilweise die persönliche Steuer, aber nicht automatisch den betrieblichen Gewinn.
Für einen tragfähigen Businessplan sind drei Ebenen zu trennen: betrieblicher Gewinn, persönliche Steuer und privater Liquiditätsbedarf. Erst wenn diese Ebenen zusammengeführt werden, wird sichtbar, welcher Gewinn wirklich zum Leben und für Rücklagen zur Verfügung steht.
Praxisbeispiel: Gewinn steigt während des Jahres
Du planst zunächst 50.000 Euro Gewinn, erkennst aber im September, dass voraussichtlich 80.000 Euro erreicht werden. Die bisherige Rücklage orientiert sich noch am niedrigeren Wert. Rechne jetzt nicht nur die Differenz der Jahressteuer, sondern berücksichtige auch, dass das Finanzamt künftige Vorauszahlungen anheben kann.
Erstelle deshalb eine Übersicht aus erwarteter Jahressteuer, bereits geleisteten Vorauszahlungen, vorhandener Rücklage und verbleibenden Monaten. Der Fehlbetrag wird auf die verbleibende Zeit verteilt. Bei knapper Liquidität solltest du größere Privatentnahmen oder Investitionen erst nach dieser Aktualisierung entscheiden.
Gewinnermittlung und Einkommensteuerplanung
Eine Einnahmenüberschussrechnung folgt grundsätzlich dem Zu- und Abflussprinzip, während Bilanzierende Forderungen, Verbindlichkeiten und Bestände periodengerecht abgrenzen. Investitionen wirken häufig nur über Abschreibungen auf den Gewinn. Ein hoher Kontostand bedeutet deshalb nicht automatisch einen hohen steuerpflichtigen Gewinn – und ein leereres Konto nicht automatisch eine niedrige Steuer.
Nutze für die Steuerhochrechnung eine aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertung oder geordnete Einnahmen-Ausgaben-Liste. Private Entnahmen reduzieren den steuerlichen Gewinn nicht. Darlehen erhöhen ihn nicht; Tilgungen mindern ihn nicht. Diese Abgrenzungen verhindern grobe Planungsfehler.
Checkliste für eine belastbare Schätzung
- Gewinn statt Umsatz als Ausgangswert verwenden;
- weitere Einkünfte beider Partner bei Splitting berücksichtigen;
- persönliche Abzüge nachvollziehbar schätzen;
- Gewerbesteuer-Anrechnung getrennt prüfen;
- Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag ergänzen;
- Vorauszahlungen und vorhandene Rücklagen abziehen;
- bei Unsicherheit ein vorsichtiges Szenario rechnen.
Verbinde die Einkommensteuer mit dem Gewerbesteuer-Rechner, dem Krankenkassen-Rechner und deiner privaten Bedarfsplanung. Erst daraus ergibt sich der Gewinn, den dein Unternehmen zur Absicherung deines Lebensunterhalts erwirtschaften muss.
Welche Zahl in einen Förder- oder Bankplan gehört
Für den Businessplan solltest du die Einkommensteuer nicht als beliebigen Prozentsatz in die betrieblichen Kosten mischen. Zeige den betrieblichen Gewinn zunächst vor persönlicher Einkommensteuer. Im privaten Finanzbedarf oder in einer Gesamtliquidität wird anschließend die realistische Steuerzahlung berücksichtigt.
Dokumentiere Rechenjahr, Veranlagungsart, angenommene Abzüge und weitere Einkünfte. So kann eine fachkundige Stelle erkennen, warum dein Steuerwert vom einfachen Gewinn-mal-Prozentsatz abweicht und ob ausreichend Rücklagen eingeplant sind.
Was bei einem gemischten Einkommen wichtig ist
Viele Gründer starten neben einer Beschäftigung oder erhalten im Gründungsjahr noch Arbeitslosengeld, Krankengeld oder andere Lohnersatzleistungen. Arbeitslohn erhöht das zu versteuernde Einkommen; bestimmte steuerfreie Lohnersatzleistungen können über den Progressionsvorbehalt den Steuersatz beeinflussen. Der einfache Rechner bildet diese Besonderheit nicht gesondert ab.
Für das Übergangsjahr ist daher eine gemeinsame Jahresbetrachtung notwendig. Addiere nicht nur den erwarteten Unternehmensgewinn, sondern beziehe Lohnsteuerbescheinigung, weitere Einkünfte und progressionsrelevante Leistungen ein. Gerade das erste Steuerjahr kann dadurch stärker belastet sein als ein späteres volles Selbstständigkeitsjahr.
Die Zahlen auf dein Gründungsvorhaben übertragen
Nutze berufsspezifische Kosten, Leistungsangebote und Planungsannahmen aus diesen Leitfäden: Unternehmensberatung gründen: Honorare und Positionierung, Als Texter selbstständig: Honorare, Kunden und KSK, Als Grafikdesigner gründen: Preise, Rechte und Kunden. Übertrage nur die zu deinem eigenen Vorhaben passenden Annahmen in den Rechner.
Quellen und Stand
Stand: 5. Oktober 2026. Tarifformeln aus § 32a EStG; Abgrenzung direkter Steuerermäßigungen: § 35a EStG. Ergebnis auf volle Euro nach der gesetzlichen Tariflogik; unverbindliche Vereinfachung.
Nächsten Gründungsschritt planen
Im Erstgespräch klären wir deine Ausgangslage, offene Planungsfragen und passende Unterstützung.
Passende Werkzeuge und Leitfäden
Alle Rechner · Businessplan und Finanzplanung · Gründungszuschuss · Einstiegsgeld · AVGS-Coaching · Mikrokredit zur Finanzierung
Häufige Fragen: Einkommensteuer-Rechner 2026
Bei Selbstständigen ist der Gewinn aus der Tätigkeit Ausgangspunkt, nicht der Umsatz. Für die persönliche Einkommensteuer kommen weitere Einkünfte und Abzüge hinzu.
Der Grundfreibetrag beträgt 12.348 Euro. Erst oberhalb beginnt die tarifliche Einkommensteuer.
Nein. Der Durchschnittssatz ist Steuer geteilt durch zu versteuerndes Einkommen. Der Grenzsteuersatz beschreibt die Belastung des nächsten zusätzlichen Euros.
Nicht für die Steuer der Gesellschaft. GmbH und UG unterliegen Körperschaft- und Gewerbesteuer. Der Rechner betrifft die persönliche Einkommensteuer natürlicher Personen.
Der Bescheid berücksichtigt sämtliche Einkünfte, Abzüge, Steuerermäßigungen, Anrechnungen und Rundungsregeln deines Einzelfalls. Der Rechner bildet nur den Grundtarif auf einem vereinfachten zvE ab.
Nein. Die persönliche Einkommensteuer ist keine Betriebsausgabe. In der Liquiditätsplanung ist sie dennoch eine reale private Auszahlung.
Bei deutlichen Umsatz- oder Kostenänderungen, mindestens aber quartalsweise und vor Anpassung der Vorauszahlungen.

