Rechner · Finanzplanung
Preiserhöhungsrechner für Selbstständige und Unternehmen
Mit dem Preiserhöhungsrechner siehst du, wie sich ein höherer Verkaufspreis und ein möglicher Absatzrückgang auf Deckungsbeitrag und Betriebsergebnis auswirken. Entscheidend ist nicht allein der Umsatz: Wichtig ist, wie viel nach den variablen Kosten übrig bleibt.
Von Klaus Schaumberger · Stand: 16. Oktober 2026

Preiserhöhung
Preiserhöhung und Absatzwirkung berechnen
Prüfe, wie Preis, Absatz und Deckungsbeitrag zusammenwirken. Alle Eingaben bleiben in deinem Browser.
Rechenweg und Einordnung
Stand: 16. Oktober 2026. Unverbindliche Modellrechnung, keine Steuer-, Rechts- oder Sozialversicherungsberatung.
Wie viel Absatz darf nach einer Preiserhöhung verloren gehen?
Das hängt von deinem bisherigen und neuen Deckungsbeitrag je Stück ab. Steigt ein Preis von 100 auf 110 Euro und bleiben die variablen Kosten bei 55 Euro, wächst der Deckungsbeitrag je Stück von 45 auf 55 Euro. Um denselben Gesamtdeckungsbeitrag zu erzielen, werden statt 100 nur noch rund 82 Verkäufe benötigt. Der Absatz dürfte also ungefähr 18 Prozent sinken, ohne dass sich der Gesamtdeckungsbeitrag verschlechtert.
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Was berechnet der Preiserhöhungsrechner?
Der Rechner stellt die bisherige Situation einer geplanten neuen Preis- und Absatzsituation gegenüber. Er berechnet den bisherigen Deckungsbeitrag je Stück, den gesamten Deckungsbeitrag, das Betriebsergebnis nach den angegebenen Fixkosten und die neue Absatzschwelle. Diese Absatzschwelle beantwortet die wichtigste Frage: Wie viele Einheiten musst du nach der Preiserhöhung mindestens verkaufen, um wirtschaftlich genauso gut dazustehen wie vorher?
Du kannst außerdem eine erwartete Absatzänderung eingeben. Damit entsteht kein Schönwettervergleich. Wenn du zum Beispiel mit acht Prozent weniger Verkäufen rechnest, zeigt dir das Ergebnis, ob der höhere Stückdeckungsbeitrag den Mengenrückgang überkompensiert.
Warum eine Preiserhöhung häufig stärker wirkt als erwartet
Ein häufiger Denkfehler lautet: Zehn Prozent höherer Preis bedeuten zehn Prozent mehr Gewinn. Das stimmt nicht. Der zusätzliche Preisanteil erhöht bei unveränderten variablen Kosten unmittelbar den Deckungsbeitrag. Deshalb kann die prozentuale Ergebniswirkung wesentlich höher sein als die eigentliche Preiserhöhung.
Ein Beispiel: Ein Produkt wird für 100 Euro netto verkauft. Die variablen Kosten betragen 55 Euro. Bisher bleiben 45 Euro Deckungsbeitrag. Nach einer Preiserhöhung auf 110 Euro bleiben 55 Euro. Der Preis steigt um zehn Prozent, der Deckungsbeitrag je Stück aber um mehr als 22 Prozent. Dieser Hebel erklärt, weshalb ein moderater Preisaufschlag wirtschaftlich oft mehr bringt als hektische Versuche, immer mehr Aufträge anzunehmen.
Welche Angaben brauchst du?
Bisheriger Netto-Verkaufspreis
Gib den Preis ohne Umsatzsteuer ein. Wenn du verschiedene Leistungen oder Produktgruppen anbietest, solltest du nicht mit einem willkürlichen Durchschnitt rechnen. Kalkuliere die wichtigsten Produkte getrennt, denn Kostenstruktur und Preissensibilität können stark voneinander abweichen.
Variable Kosten je Stück oder Auftrag
Variable Kosten verändern sich mit der verkauften Menge. Dazu gehören beispielsweise Wareneinsatz, verbrauchsabhängiges Material, Verpackung, Versand, Verkaufsprovisionen oder direkt zurechenbare Fremdleistungen. Bei Dienstleistungen gehört nur mengenabhängig zusätzlicher Arbeitsaufwand in die variablen Kosten. Bereits in den Fixkosten enthaltene Gehälter oder Gemeinkosten dürfen nicht nochmals über einen Vollkostensatz abgezogen werden.
Absatzmenge und Fixkosten
Die Absatzmenge sollte zum Zeitraum der Fixkosten passen. Trägst du monatliche Fixkosten ein, verwendest du auch die monatliche Menge. Zu den Fixkosten zählen zum Beispiel Miete, Grundgehälter, Versicherungen, Software, Verwaltung und feste Finanzierungskosten.
Erwartete Absatzänderung
Ein negativer Wert bildet einen Rückgang ab, ein positiver Wert zusätzliches Wachstum. Arbeite am besten mit drei Szenarien: einer optimistischen Annahme, einer realistischen Einschätzung und einem Stressfall. So erkennst du, wie robust deine Entscheidung ist.
Rechenbeispiel (fiktiv): Dienstleistung mit knapper Kapazität
Eine Beraterin verkauft monatlich 80 Stunden zu 100 Euro. Direkt zurechenbare Kosten liegen bei 25 Euro je Stunde. Der Deckungsbeitrag beträgt damit 75 Euro pro Stunde beziehungsweise 6.000 Euro im Monat. Hebt sie den Preis auf 115 Euro an, wächst der Deckungsbeitrag auf 90 Euro. Für denselben Gesamtdeckungsbeitrag benötigt sie nur noch rund 67 abrechenbare Stunden.
Das kann strategisch wertvoller sein als reine Gewinnsteigerung: Die frei werdende Zeit lässt sich für Akquise, Produktentwicklung, Urlaub oder bessere Betreuung einsetzen. Voraussetzung ist, dass die Preisänderung sauber kommuniziert wird und die Kundschaft den Nutzen versteht.
Preis erhöhen: Bestandskunden und Neukunden unterscheiden
Bei Neukunden lässt sich ein neuer Preis meist einfacher einführen. Bei Bestandskunden solltest du Vertragslaufzeiten, Preisänderungsklauseln und Kündigungsfristen prüfen. Wirtschaftlich kann eine gestaffelte Umsetzung sinnvoll sein: neuer Preis sofort für neue Aufträge, schriftlich angekündigte Anpassung für Bestandskunden und gegebenenfalls individuelle Übergänge für besonders wichtige Kunden.
Eine Preiserhöhung sollte nicht entschuldigend verkauft werden. Erkläre nachvollziehbar, welche Leistung enthalten ist, welchen Nutzen sie liefert und wo Grenzen des Leistungsumfangs liegen. Häufig ist nicht der Preis das eigentliche Problem, sondern ein unscharfes Angebot ohne erkennbaren Wert.
Umsatzsteuer in der Kalkulation: Verwende Kosten ohne abziehbare Vorsteuer. Nicht abziehbare Umsatzsteuer gehört dagegen zu den Kosten; das kann insbesondere bei steuerfreien Umsätzen relevant sein. Die Voraussetzungen regelt § 15 UStG. Steuerzahlungen und Erstattungen müssen zusätzlich zeitlich in die Liquiditätsplanung eingehen.
Passt das Ergebnis zu deiner Finanzplanung?
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Typische Fehler bei der Berechnung
- Umsatz statt Deckungsbeitrag vergleichen.
- Variable Kosten vergessen oder zu niedrig ansetzen.
- Mehrarbeit und kostenlose Zusatzleistungen nicht einpreisen.
- Die Absatzreaktion nur optimistisch schätzen.
- Alle Kunden und Produkte über einen Kamm scheren.
- Brutto- und Nettowerte miteinander vermischen.
- Preisänderungen ohne Blick auf Positionierung und Kapazität durchführen.
So wertest du das Ergebnis als Entscheidung aus
Beginne mit der angezeigten Absatzschwelle. Liegt sie deutlich unter deiner realistischen Absatzprognose, besitzt die Preiserhöhung einen wirtschaftlichen Sicherheitspuffer. Liegen Schwelle und erwartete Menge fast gleichauf, sollte die Umsetzung vorsichtiger erfolgen. Du kannst dann zunächst nur neue Kunden oder eine ausgewählte Produktgruppe umstellen und die tatsächliche Reaktion messen.
Betrachte anschließend das neue Ergebnis nach Fixkosten. Ein höherer Gesamtdeckungsbeitrag verbessert das Ergebnis nur dann vollständig, wenn keine zusätzlichen Fixkosten entstehen. Benötigst du wegen einer neuen Positionierung etwa bessere Verpackung, mehr Service, neue Software oder zusätzliche Werbung, müssen diese Kosten ergänzt werden.
Prüfe zuletzt deine Kapazität. Wenn du heute bereits vollständig ausgelastet bist, ist eine geringere Absatzmenge nicht automatisch ein Nachteil. Eine Preiserhöhung kann denselben Deckungsbeitrag mit weniger Aufträgen ermöglichen. Dadurch sinkt der Zeitdruck und du kannst schlechte, aufwendige oder unpassende Aufträge ablehnen. Ist dagegen viel freie Kapazität vorhanden, kann eine Kombination aus Preisoptimierung und gezielter Akquise sinnvoller sein.
Drei sinnvolle Szenarien für deine Planung
Rechne zuerst ein Basisszenario mit deiner wahrscheinlichsten Absatzreaktion. Im optimistischen Szenario bleibt die Menge konstant oder sinkt nur leicht. Im Stressszenario unterstellst du einen deutlich stärkeren Rückgang. Wenn die Entscheidung selbst im Stressszenario tragfähig bleibt, spricht das für einen robusten Preis. Verschlechtert sich das Ergebnis sofort, brauchst du bessere Kundensegmentierung, ein klareres Leistungsversprechen oder eine stufenweise Einführung.
Einordnung für deine Entscheidung
Viele Selbstständige arbeiten nicht deshalb zu wenig profitabel, weil sie zu wenige Kunden haben, sondern weil ihr Preis nicht zur Kostenstruktur passt. Besonders bei ausgelasteten Dienstleistern ist ein höherer Preis oft die vernünftigere Entscheidung als noch mehr Arbeitsstunden. Der Rechner liefert dafür eine klare Grenze: Er zeigt, welchen Mengenverlust das Unternehmen verkraften kann. Diese Zahl macht ein vermeintlich emotionales Thema sachlich besprechbar.
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Im Erstgespräch klären wir deine Ausgangslage, offene Planungsfragen und passende Unterstützung.
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Häufige Fragen: Preiserhöhung
Nein. Sinkt die Absatzmenge stärker als die berechnete Schwelle oder steigen gleichzeitig die variablen Kosten, kann sich das Ergebnis verschlechtern. Vergleiche deshalb mindestens ein realistisches und ein pessimistisches Absatzszenario bei identischen Zeiträumen.
Rechne Erlöse ohne abzuführende Umsatzsteuer und Kosten ohne tatsächlich abziehbare Vorsteuer. Nicht abziehbare Umsatzsteuer bleibt Kostenbestandteil, etwa bei vielen steuerfreien Umsätzen. Brutto- und Nettowerte dürfen nicht unbemerkt vermischt werden.
Der Aufschlag bezieht sich auf eine Kostenbasis. Die Marge beschreibt den Anteil des Deckungsbeitrags oder Gewinns am Verkaufspreis. Beide Prozentwerte sind deshalb nicht identisch. Bei 100 Euro Kosten ergeben 25 Prozent Aufschlag einen Preis von 125 Euro und eine Marge von 20 Prozent.
Ja. Eine Einheit kann eine Stunde, ein Termin, ein Paket oder ein vollständiger Auftrag sein. Wichtig ist nur, dass Preis und variable Kosten dieselbe Einheit verwenden. Bereits in den Fixkosten enthaltene Gehälter dürfen nicht erneut vollständig als variable Stundenkosten eingehen.
Berechne zunächst jede wichtige Produktgruppe separat. Für eine Gesamtplanung kannst du anschließend einen realistischen Absatzmix bilden. Ein Mischdurchschnitt verdeckt, wenn nach der Preiserhöhung gerade besonders profitable Produkte seltener gekauft werden.
Mindestens jährlich sowie bei deutlichen Änderungen von Einkauf, Löhnen, Energie, Auslastung oder Leistungsumfang. Dokumentiere jeweils die bisherigen Preise, Kosten und verkauften Mengen, damit die Wirkung später messbar bleibt.
Prüfe zunächst, ob Nutzen und Leistungsumfang verständlich sind. Rabatte sollten nur gegen eine wirtschaftliche Gegenleistung gewährt werden, etwa längere Laufzeit, größere Menge oder geringeren Aufwand. Berechne vor einer Zusage den verbleibenden Deckungsbeitrag; der Rabattrechner hilft bei dieser Prüfung.
Nein. Er schafft eine belastbare Orientierung. Vertragsrecht, Wettbewerb, Preispsychologie und steuerliche Besonderheiten müssen zusätzlich geprüft werden. Die Reaktion deiner Kunden muss aus Verkaufsdaten oder Tests eingeschätzt werden und lässt sich aus dem Preis allein nicht vorhersagen.
Teile den bisherigen Gesamtdeckungsbeitrag durch den neuen positiven Deckungsbeitrag je Einheit. Bei unteilbaren Einheiten muss die Mindestmenge aufgerundet werden. Ist der neue Stückdeckungsbeitrag nicht positiv, lässt sich ein bisher positiver Gesamtdeckungsbeitrag damit nicht erreichen.
Höhere variable Kosten verringern den zusätzlichen Deckungsbeitrag aus einer Preiserhöhung. Der Rechner verwendet für vorher und nachher dieselben variablen Stückkosten und modelliert einen gleichzeitigen Kostenanstieg daher nicht separat. Erstelle bei veränderten Kosten ergänzend einen eigenen Vorher-nachher-Vergleich.

