Ratgeber · Finanzplanung
Break-even-Point berechnen: Deine Gewinnschwelle einfach verstehen
Der Break-even-Point zeigt dir, ab welcher Menge dein Geschäftsmodell seine Kosten deckt. Mit dem Rechner trennst du Fixkosten, variable Kosten und Deckungsbeitrag und kannst zusätzlich konkrete Gewinnziele planen.

Der Break-even-Rechner ist besonders hilfreich, wenn du ein Produkt, eine Dienstleistung oder ein Paketangebot kalkulierst. Die Beispielwerte orientieren sich an deiner Excel-Vorlage: 140 Euro Bruttopreis, 535 Euro monatliche Fixkosten und 7 Euro variable Kosten pro Einheit.
Interaktives Werkzeug
Break-even-Point berechnen
Ändere die grauen Eingabefelder. Die blauen Ergebnisfelder und die Szenarioanalyse werden automatisch aktualisiert.
Basisdaten
Monatliche Fixkosten
Variable Kosten je Einheit
Ergebnisse
Eigene Zielmenge
Die Rechnung arbeitet mit Monatswerten. Bei Jahres- oder Saisonplanung müssen Fixkosten, Absatz und Zielgewinn auf denselben Zeitraum bezogen werden.
Hinweis: Der Break-even-Point ist eine betriebswirtschaftliche Orientierung. Steuern, Liquidität, Investitionen, Zahlungsziele und Rücklagen müssen zusätzlich geprüft werden.
Was ist der Break-even-Point?
Der Break-even-Point, auf Deutsch Gewinnschwelle, ist die Absatzmenge, bei der Erlöse und Gesamtkosten gleich hoch sind. Bis zu diesem Punkt deckst du mit deinen Verkäufen zunächst die Kosten. Ab der nächsten Einheit entsteht bei einem positiven Deckungsbeitrag ein Überschuss.
Die drei Bausteine der Break-even-Rechnung
Fixkosten
Fixkosten fallen unabhängig davon an, wie viele Einheiten du verkaufst. Dazu gehören zum Beispiel Miete, Versicherungen, Grundgebühren, Abschreibungen und bestimmte Finanzierungskosten.
Variable Kosten
Variable Kosten verändern sich mit jeder zusätzlichen Einheit. Typische Beispiele sind Einkauf, Verpackung, Versand, Transaktionsgebühren oder leistungsabhängige Personalkosten.
Deckungsbeitrag
Der Deckungsbeitrag ist der Nettoverkaufspreis abzüglich der variablen Kosten je Einheit. Er zeigt, wie viel jede verkaufte Einheit zur Deckung der Fixkosten beiträgt.
Brutto und netto richtig einordnen
Wenn du Umsatzsteuer abführst, gehört der Nettoverkaufspreis in die Break-even-Rechnung. Die Umsatzsteuer wird zwar vom Kunden bezahlt, ist aber grundsätzlich kein Umsatz, der dir zur Deckung deiner Kosten oder als Gewinn zur Verfügung steht. Bei Kleinunternehmern oder abweichenden steuerlichen Situationen kann die Einordnung anders ausfallen.
Für steuerliche Details solltest du die aktuellen Informationen des Bundesministeriums der Finanzen zur Umsatzsteuer und deine steuerliche Beratung berücksichtigen.
Praxisbeispiel 1: Dienstleistung mit wenigen Fixkosten
Beispielrechnung, kein echter Kundenfall: Eine selbstständige Beraterin verkauft ein Leistungspaket für 140 Euro brutto. Bei 19 Prozent Umsatzsteuer entspricht das rund 117,65 Euro netto. Ihre monatlichen Fixkosten betragen 535 Euro, die variablen Kosten je Auftrag 7 Euro.
Der Deckungsbeitrag liegt damit bei rund 110,65 Euro. Die Gewinnschwelle liegt bei 535 ÷ 110,65 = 4,84, also bei 5 Aufträgen pro Monat. Für 3.000 Euro Gewinn benötigt sie rund 32 Aufträge, für 5.000 Euro Gewinn rund 50 Aufträge. Das sind Planungswerte und keine Aussage über die tatsächliche Nachfrage oder die Arbeitszeit je Auftrag.
Praxisbeispiel 2: Produkt mit höheren Stückkosten
Beispielrechnung, kein echter Kundenfall: Ein kleiner Anbieter verkauft ein Produkt für 250 Euro brutto. Bei 19 Prozent Umsatzsteuer sind das rund 210,08 Euro netto. Einkauf, Verpackung und Versand ergeben zusammen 85 Euro variable Kosten je Stück. Die monatlichen Fixkosten liegen bei 1.800 Euro.
Der Deckungsbeitrag beträgt rund 125,08 Euro. Der Break-even liegt bei 1.800 ÷ 125,08 = 14,39, also bei 15 Stück pro Monat. Für 3.000 Euro Gewinn wären rund 39 Stück erforderlich. Das Beispiel zeigt: Ein höherer Verkaufspreis ist nicht automatisch wirtschaftlicher, wenn Einkauf, Versand und Rücksendungen den Deckungsbeitrag stark reduzieren.
Was der Rechner nicht zeigt
Die Gewinnschwelle beantwortet eine wichtige Mengenfrage, aber nicht die gesamte Finanzplanung. Ergänze die Rechnung um Zahlungsziele, Umsatzgeschwindigkeit, Liquiditätsreserve, Investitionen, Rücksendungen, Rabatte und saisonale Schwankungen. Bei Dienstleistungen gehört außerdem die tatsächlich benötigte Zeit je Auftrag in die Preis- und Kapazitätsplanung.
Häufige Fragen zum Break-even-Point
Die wichtigsten Fragen zur Gewinnschwelle, zu Kostenarten und zur Planung beantwortet der folgende Avada-FAQ-Bereich.
Der Break-even-Point ist die Gewinnschwelle: An diesem Punkt decken die erzielten Erlöse genau die fixen und variablen Kosten. Der Gewinn ist dann noch null; jede weitere Einheit kann bei positivem Deckungsbeitrag zum Ergebnis beitragen.
Teile die Fixkosten durch den Deckungsbeitrag je Einheit. Der Deckungsbeitrag ergibt sich aus dem Nettoverkaufspreis abzüglich der variablen Kosten je Einheit. Das Ergebnis wird auf die nächste ganze Einheit aufgerundet.
Fixkosten fallen unabhängig von der verkauften Menge an, zum Beispiel Miete, Versicherungen oder Grundgebühren. Variable Kosten verändern sich mit der Menge, zum Beispiel Einkauf, Verpackung, Versand oder transaktionsabhängige Gebühren.
Für die betriebswirtschaftliche Rechnung verwendest du grundsätzlich den Nettoverkaufspreis, wenn du Umsatzsteuer abführst. Die Umsatzsteuer ist kein Gewinn und sollte deshalb nicht mit dem Deckungsbeitrag verwechselt werden. Bei Kleinunternehmern kann die Kalkulation anders aussehen.
Dann ist der Deckungsbeitrag negativ. Jede zusätzliche Einheit verschlechtert das Ergebnis, sodass mit diesen Annahmen kein sinnvoller Break-even-Point erreicht wird. Prüfe Preis, Einkauf, Leistungsumfang und Kostenstruktur.
Addiere den gewünschten Gewinn zu den Fixkosten und teile die Summe durch den Deckungsbeitrag je Einheit. Runde auch dieses Ergebnis auf die nächste ganze Einheit auf. So kannst du neben der Gewinnschwelle auch konkrete Monatsziele planen.
Ja. Verwende jeweils den gleichen Zeitraum für Fixkosten, Absatzmenge und Zielgewinn. Bei saisonalen Geschäften solltest du zusätzlich mit mehreren Szenarien arbeiten, statt nur einen Jahresdurchschnitt zu betrachten.
Nein. Er ist ein wichtiges Planungsinstrument, ersetzt aber keine Liquiditätsplanung, Steuerbetrachtung oder Szenarioanalyse. Zahlungsziele, Investitionen, Rücklagen, Personalaufwand und saisonale Schwankungen können zusätzlich entscheidend sein.
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Hinweis: Der Rechner ist eine Planungs- und Orientierungshilfe und ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung.




