Rechner · Finanzplanung
Rentabilitätsrechner: Drei Geschäftsjahre realistisch planen
Mit dem Rechner siehst du, welcher Gewinn nach variablen Kosten, Fixkosten, Personal, Abschreibung und Zinsen verbleibt. Umsatzwachstum für Jahr zwei und drei macht sichtbar, ob das Geschäftsmodell nicht nur startet, sondern dauerhaft trägt.
Von Klaus Schaumberger · Stand: 16. Oktober 2026

Rentabilität
Rentabilität für drei Jahre planen
Plane Umsatz, Kosten, Gewinn und Unternehmereinkommen über drei Geschäftsjahre. Alle Eingaben bleiben in deinem Browser.
Rechenweg und Einordnung
Stand: 16. Oktober 2026. Unverbindliche Modellrechnung, keine Steuer-, Rechts- oder Sozialversicherungsberatung.
Wann ist eine Gründung rentabel?
Rentabel ist sie, wenn die betrieblichen Erträge langfristig sämtliche betrieblichen Kosten decken und darüber hinaus genug Gewinn für Steuern, Krankenversicherung, Altersvorsorge, privaten Lebensunterhalt und Risiko verbleibt. Ein positives Betriebsergebnis allein genügt deshalb nicht.
Deine Zahlen in eine tragfähige Gründung übersetzen
Wir prüfen mit dir, ob ein AVGS-gefördertes Gründungscoaching zu deiner Ausgangslage passt.
Modellannahmen: Umsatzänderungen gelten gegenüber dem jeweiligen Vorjahr; auch Rückgänge bis minus 100 Prozent sind möglich. Die variable Kostenquote und alle jährlichen Fixkosten bleiben in den drei Jahren konstant. Personal, AfA und Zinsen dürfen nicht zusätzlich in den monatlichen Fixkosten enthalten sein. Das gewünschte Unternehmereinkommen wird als Gewinnziel vor persönlichen Steuern verglichen, nicht als verfügbares privates Nettoeinkommen.
Umsatz ist nicht Gewinn
100.000 Euro Umsatz sagen wenig über das Einkommen aus. Bei 30 Prozent variablen Kosten bleiben 70.000 Euro Deckungsbeitrag. Davon werden Miete, Personal, Versicherungen, Werbung, Abschreibung und Zinsen bezahlt. Erst der verbleibende Betrag ist der betriebliche Gewinn vor persönlichen Steuern.
Die Kostenblöcke richtig einordnen
Variable Kosten
Sie verändern sich mit dem Umsatz: Wareneinsatz, Verkaufsprovisionen, Verpackung, leistungsabhängige Fremdarbeit oder Zahlungsgebühren. Der Rechner verwendet eine Quote. Bei mehreren Produktgruppen sollten die einzelnen Deckungsbeiträge separat ermittelt und gewichtet werden.
Fixkosten
Miete, Grundgebühren, Versicherungen, feste Werbung, Buchhaltung und viele Softwarekosten fallen unabhängig vom einzelnen Verkauf an. Im Rechner wird der Monatswert auf zwölf Monate hochgerechnet.
Personal, Abschreibung und Zinsen
Personal ist separat ausgewiesen, weil Einstellungen häufig einen Wachstumssprung erzeugen. Abschreibung bildet den Werteverzehr von Investitionen ab, während Zinsen die Finanzierung belasten. Tilgung ist keine Betriebsausgabe, muss aber im Liquiditätsplan bezahlt werden.
Warum drei Jahre?
Das erste Jahr enthält oft Anlaufverluste, unvollständige Monate oder hohe Eröffnungskosten. Jahr zwei zeigt, ob Vertrieb und Prozesse stabil werden. Jahr drei sollte eine tragfähige Normalisierung erkennen lassen. Gleichbleibend hohe Wachstumsraten ohne Kapazitäts- oder Marketingbegründung wirken im Businessplan unglaubwürdig.
Das Unternehmereinkommen als Prüfstein
Bei Einzelunternehmen ist der Unternehmerlohn steuerlich keine Betriebsausgabe. Wirtschaftlich muss der Gewinn trotzdem deinen privaten Bedarf, Einkommensteuer, Krankenversicherung und Vorsorge decken. Der Zielwert im Rechner ist deshalb eine Vergleichsgröße: Liegt der Gewinn darunter, kann das Unternehmen zwar formal profitabel, für dich persönlich aber nicht tragfähig sein.
Praxisbeispiel
Bei 120.000 Euro Umsatz, 30 Prozent variablen Kosten, 3.500 Euro monatlichen Fixkosten, 20.000 Euro Personal, 5.000 Euro Abschreibung und 2.000 Euro Zinsen entsteht im ersten Jahr ein Gewinn von 15.000 Euro. Das ist positiv, reicht aber nicht für ein gewünschtes Unternehmereinkommen von 45.000 Euro. Wachstum allein hilft nur, wenn die Kapazität es zulässt und nicht gleichzeitig neue Fixkosten entstehen.
Welche Wachstumsrate ist plausibel?
Leite sie aus konkreten Treibern ab: Zahl qualifizierter Anfragen, Abschlussquote, Durchschnittspreis, produktive Stunden, Ladenfläche oder Maschinenkapazität. Wer im zweiten Jahr 20 Prozent wachsen will, muss sagen können, welche Mengen, Preise und Ressourcen diesen Sprung ermöglichen.
Passt das Ergebnis zu deiner Finanzplanung?
Besprich Umsatz, Kosten, private Ausgaben und Rücklagen für dein konkretes Vorhaben mit uns.
Sensitivität statt Wunschrechnung
Rechne mindestens drei Varianten. Senke im vorsichtigen Fall Umsatz und Marge, erhöhe einzelne Kosten und verschiebe Einstellungen nicht künstlich. Im ambitionierten Fall sollte zusätzlich erklärt werden, welche Investition oder Vertriebsmaßnahme das Wachstum trägt. Wichtig ist die Frage, wie schnell ein Verlust erkannt und gegengesteuert werden kann.
Häufige Fehler
- Privatentnahmen werden als Betriebsausgabe behandelt oder ganz vergessen.
- Tilgung wird mit Zins verwechselt.
- Umsatz wächst, ohne dass variable Kosten oder Personal folgen.
- Das erste Jahr wird wie ein volles Normaljahr angesetzt.
- Abschreibungen und Ersatzinvestitionen fehlen.
- Ein einmaliger Auftrag wird dauerhaft fortgeschrieben.
Vom Ergebnis zum Maßnahmenplan
Liegt der Gewinn unter dem Ziel, gibt es vier grundlegende Hebel: Preis, Absatz, Deckungsbeitragsquote und Fixkosten. Prüfe jeden Hebel auf Markt und Kapazität. Eine Preiserhöhung kann wirksamer sein als zusätzlicher Umsatz, wenn sie den Deckungsbeitrag ohne proportionalen Mehraufwand steigert.
Übertrage anschließend Gewinn, Tilgung, Investitionen, Steuern und Privatentnahmen in den Liquiditätsplan. Erst beide Perspektiven zusammen zeigen, ob die Gründung wirtschaftlich und zahlungsfähig ist.
Break-even-Umsatz aus der Planung ableiten
Wenn variable Kosten 30 Prozent des Umsatzes betragen, bleiben 70 Prozent Deckungsbeitrag zur Deckung der fixen Kosten. Teile die Summe aus Fixkosten, Personal, Abschreibung und Zinsen durch diese Deckungsbeitragsquote. Das Ergebnis ist der Umsatz, bei dem der betriebliche Gewinn null beträgt. Für ein gewünschtes Unternehmereinkommen addierst du den Zielgewinn vor der Division.
Diese Rückwärtsrechnung ist besonders hilfreich: Sie zeigt nicht nur, welchen Gewinn ein geplanter Umsatz ergibt, sondern welchen Umsatz du mindestens brauchst. Danach wird geprüft, ob die dafür notwendige Menge, Arbeitszeit oder Kundenzahl erreichbar ist.
Preissteigerungen und Kostensteigerungen
Eine kleine Preisänderung kann den Gewinn stark beeinflussen, wenn die Menge stabil bleibt. Umgekehrt können steigende Einkaufspreise die Marge schnell aufzehren. Simuliere deshalb nicht nur Umsatzwachstum, sondern auch zwei bis fünf Prozent höhere variable Kosten. Kannst du diese nicht weitergeben, muss das Absatzwachstum einen Teil der Verschlechterung ausgleichen.
Bei Dienstleistungen ist die eigene Arbeitszeit der typische Engpass. Zusätzlicher Umsatz durch mehr Stunden ist nur begrenzt möglich. Bei Handel und Produktion sind Lager, Einkaufskredit und Maschinenkapazität zu berücksichtigen. Wachstum kann neue Fixkostenstufen auslösen: Eine zusätzliche Kraft oder größere Fläche erhöht Kosten sprunghaft, nicht proportional.
Plan-Ist-Vergleich
Nach dem Start sollte die Dreijahresplanung nicht in der Schublade verschwinden. Vergleiche jeden Monat Umsatz, variable Quote und Fixkosten mit dem Plan. Trenne Preisabweichung, Mengenabweichung und Kostenabweichung. So erkennst du, ob zu wenige Kunden kommen, der Warenkorb zu klein ist oder die Leistung zu teuer produziert wird. Aktualisiere die Folgejahre, ohne ursprüngliche Annahmen zu löschen; nur so bleibt sichtbar, was du gelernt hast.
Nächsten Gründungsschritt planen
Im Erstgespräch klären wir deine Ausgangslage, offene Planungsfragen und passende Unterstützung.
Passende Werkzeuge und Leitfäden
Umsatzprognose · Investition und Amortisation · Rabatt und Deckungsbeitrag
Alle Rechner · Businessplan und Finanzplanung · Gründungszuschuss · Einstiegsgeld · AVGS-Coaching · Mikrokredit zur Finanzierung
Passende Rechner für deine Planung
Prüfe Kundengewinnung auf Deckungsbeitragsbasis. Bei einer geplanten Übernahme kannst du zusätzlich eine vereinfachte Wertindikation aus nachhaltig bereinigten Erträgen berechnen.
Marketing-ROI-Rechner · Unternehmenswert-Rechner
Die Modellwerte erläutern die Wirkung deiner Annahmen; sie ersetzen keine individuelle Prüfung.
Passende Rechner für deine Planung
Ergänze für Abos oder Franchises die jeweiligen Gebühren, Kundenbewegungen und Kosten.
MRR und Churn-Rechner · Franchise-Rentabilität-Rechner
Die Modellwerte erläutern die Wirkung deiner Annahmen; sie ersetzen keine individuelle Prüfung.
Quellen und Modellgrundlagen
Finanzplan, Kapitalbedarf und Rentabilitätsvorschau: KfW: Finanzierung klären. Die Rechenwege und vereinfachenden Annahmen sind oben erklärt; Eingabewerte sind Modellannahmen, keine Marktdaten.
Häufige Fragen: Rentabilität
FAQ aktualisiert am 8. Oktober 2026.
Nein. Rentabilität betrachtet hier den rechnerischen Jahresgewinn; Liquidität beschreibt, ob fällige Zahlungen geleistet werden können. Eine Maschine für 12.000 Euro kann sofort bezahlt werden, während im Jahresergebnis nur die jeweilige Abschreibung erscheint. Umgekehrt kann eine erbrachte Leistung im geplanten Umsatz enthalten sein, obwohl der Kunde später zahlt. Auch Kreditrückzahlungen beanspruchen Geld, ohne den Gewinn wie ein laufender Aufwand zu mindern. Prüfe deshalb zwei Fragen getrennt: Verdient das Geschäftsmodell über den Zeitraum ausreichend, und steht das Geld rechtzeitig für Lieferanten, Raten und private Entnahmen bereit?
Der Rechner führt keine eigene Umsatzsteuerrechnung durch. Bei vollständig möglichem Vorsteuerabzug planst du betriebliche Umsätze und entsprechende Kosten grundsätzlich netto; nicht abziehbare Umsatzsteuer bleibt dagegen wirtschaftlich eine Belastung. Beispiel: 119 Euro Rechnungsbetrag bei 19 Prozent Umsatzsteuer entsprechen 100 Euro Nettoumsatz. Trägst du 119 Euro als Umsatz und zugleich Nettokosten ein, überschätzt du das Ergebnis. Prüfe für jede Kostenart die passende Basis, statt pauschal alle Bruttobeträge zu teilen. Die tatsächlichen Umsatzsteuerzahlungen und Erstattungen gehören zusätzlich in die Liquiditätsplanung; maßgeblich für den Vorsteuerabzug ist § 15 UStG.
Bei einer GmbH musst du die Gesellschaft und dein persönliches Einkommen getrennt betrachten. Ein eingeplanter Aufwand für die Geschäftsführung gehört in die Kosten der Gesellschaft und darf nicht nochmals als allgemeine Fixkosten erfasst werden. Der verbleibende Modellgewinn ist nicht automatisch dein verfügbares Privatgeld. Der Rechner berechnet weder Körperschaftsteuer noch Ausschüttung oder persönliche Besteuerung des Geschäftsführergehalts. Nutze ihn daher für die operative Grundplanung und kläre die steuerliche Überleitung separat. Ob eine konkrete Vergütung steuerlich anerkannt wird, lässt sich aus der bloßen Eingabe in ein Rechnerfeld nicht ableiten.
Wenn der Umsatz bisher nur ein Wunschwert ist, leite ihn mit dem Umsatzprognose-Rechner aus Anfragen, Abschlussquote und Kapazität ab. Größere Anschaffungen prüfst du separat mit dem Investitions- und Amortisationsrechner. Für Preisaktionen zeigt der Rabatt-Rechner, wie stark der Deckungsbeitrag sinken kann. Anschließend gehört die gesamte Planung in den Liquiditätsrechner, denn Jahresgewinn bezahlt eine frühere Rechnung nicht automatisch. Nutze dabei dieselben Annahmen zu Preisen, Kosten und Auslastung. Sonst passen die einzelnen Ergebnisse rechnerisch zwar für sich, aber nicht als gemeinsame Unternehmensplanung zusammen.
Die Rechenfunktion verarbeitet die eingetragenen Beträge lokal im Browser und überträgt sie nicht an unseren Server. Das betrifft die Rechnerwerte, nicht pauschal sämtliche technischen Vorgänge beim Besuch der Website. Ein Ausdruck oder eine von dir gespeicherte PDF-Datei enthält deine Angaben; bewahre diese Unterlagen entsprechend auf.
Nein. Die drei Jahresgewinne entstehen aus deinen Eingaben und vereinfachten Kostenannahmen. Der Rechner bestätigt weder eine Marktnachfrage noch die Tragfähigkeit eines Businessplans. Besonders wichtig: Die monatlichen Fixkosten sowie jährliches Personal, Abschreibung und Zinsen bleiben in allen drei Jahren gleich. Wachstum kann deshalb günstiger wirken als bei zusätzlichen Einstellungen oder größeren Räumen. Dokumentiere die Quellen deiner Umsatzerwartung und rechne eine vorsichtige Variante. Wenn das Ergebnis nur bei optimistischer Auslastung reicht, solltest du die kritischen Annahmen zuerst durch Angebote, Kundenkontakte oder belastbare Kostendaten absichern.
Vom Jahresumsatz zieht der Rechner die eingegebene variable Kostenquote sowie zwölf Monatsfixkosten, jährliche Personalkosten, Abschreibung und Zinsen ab. Beispiel: 120.000 Euro Umsatz minus 30 Prozent variable Kosten ergibt 84.000 Euro. Bei 24.000 Euro Fixkosten, 20.000 Euro Personal, 4.000 Euro Abschreibung und 2.000 Euro Zinsen bleiben 34.000 Euro Modellgewinn. Die Wachstumsrate für Jahr zwei wird auf Jahr eins angewendet, die für Jahr drei auf Jahr zwei. Bei jeweils zehn Prozent Wachstum entstehen 132.000 und 145.200 Euro Umsatz, nicht zweimal derselbe Aufschlag auf das Startjahr.
In „Fixkosten / Monat“ gehören regelmäßig anfallende Betriebskosten wie Miete, Software oder Versicherungen, soweit sie nicht bereits anders erfasst wurden. Personal, Abschreibung und Zinsen haben eigene Jahresfelder. Trägst du beispielsweise 2.000 Euro Monatsmiete ein, berücksichtigt der Rechner 24.000 Euro jährlich. Ein Jahresversicherungsbeitrag von 1.200 Euro entspricht zusätzlich 100 Euro pro Monat. Personal darf nicht zugleich in diesen Fixkosten und im jährlichen Personalfeld stecken. Variable Kosten werden als Anteil des Umsatzes eingegeben; dazu gehören nur die Kosten, die deine angesetzte Umsatzquote tatsächlich abbilden soll.
Nein. Das Feld ist im Modell ein jährliches Gewinnziel vor persönlichen Steuern, mit dem der Gewinn des ersten Jahres verglichen wird. Es wird nicht als zusätzliche Betriebsausgabe abgezogen. Bei 34.000 Euro Modellgewinn und 40.000 Euro Ziel meldet der Rechner eine Differenz von 6.000 Euro. Daraus folgt nicht, dass 34.000 Euro privat frei verfügbar sind: Persönliche Steuern, Krankenversicherung, Vorsorge, Rücklagen und Kredittilgung sind gesondert zu planen. Leite das Gewinnziel deshalb aus deinem privaten Bedarf und den weiteren Belastungen ab, statt einen gewünschten monatlichen Nettobetrag unverändert in das Jahresfeld einzutragen.
Die Wachstumsfelder können auch Umsatzrückgänge abbilden. Minus zehn Prozent nach 120.000 Euro Startumsatz ergibt 108.000 Euro im zweiten Jahr. Die variable Kostenquote bleibt gleich, sodass diese Kosten mit dem Umsatz sinken; die übrigen Kosten bleiben unverändert. Zusätzliche Mitarbeitende, Mietsteigerungen oder unterschiedliche Abschreibungen je Jahr werden nicht automatisch ergänzt. Rechne solche Jahre separat mit ihren eigenen Jahreswerten, indem du sie als neues erstes Jahr eingibst, und dokumentiere die Ergebnisse außerhalb des Rechners. Prüfe insbesondere, ob steigender Absatz neue Kapazitätskosten auslöst, bevor du einen hohen Folgejahresgewinn übernimmst.

