Rechner · Finanzplanung
Franchise-Rentabilitätsrechner
Mit dem Franchise-Rechner prüfst du, ob geplanter Umsatz und Rohmarge ausreichen, um Franchisegebühr, Marketingumlage, Personal, Fixkosten und deinen Unternehmerlohn zu tragen. Zusätzlich werden Break-even-Umsatz und rechnerische Amortisationsdauer der Anfangsinvestition angezeigt.
Von Klaus Schaumberger · Stand: 16. Oktober 2026

Franchise-Rentabilität
Franchise-Rentabilität berechnen
Prüfe Gebühren, laufende Kosten, Mindestumsatz und Amortisation. Alle Eingaben bleiben in deinem Browser.
Rechenweg und Einordnung
Stand: 16. Oktober 2026. Unverbindliche Modellrechnung, keine Steuer-, Rechts- oder Sozialversicherungsberatung.
Wann ist ein Franchise wirtschaftlich tragfähig?
Tragfähig ist das Modell, wenn die Rohmarge nach laufenden Systemgebühren alle betrieblichen Fixkosten, Personalkosten und einen angemessenen Unternehmerlohn deckt. Erst ein darüber hinausgehender Überschuss kann Investitionen zurückführen, Steuern finanzieren und als echter Gewinn gelten.
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Was berechnet der Franchise-Rechner?
Zuerst wird aus Monatsumsatz und Rohmarge der Rohgewinn berechnet. Davon zieht das Tool die umsatzabhängige Franchisegebühr und Marketingumlage ab. Anschließend folgen sonstige betriebliche Fixkosten, Personal und der gewünschte Unternehmerlohn.
Der verbleibende Betrag ist ein vereinfachtes Monatsergebnis vor Ertragsteuern, Finanzierung und möglichen Abschreibungen. Aus der Deckungsquote nach Systemgebühren wird der notwendige Break-even-Umsatz berechnet. Wenn das Monatsergebnis positiv ist, teilt der Rechner Eintrittsgebühr und weitere Anfangsinvestition durch den Überschuss und zeigt eine rechnerische Amortisationsdauer.
Warum der Umsatz des Franchisegebers nicht genügt
Franchisesysteme können mit Durchschnittsumsätzen, Pilotbetrieben oder erfolgreichen Standorten werben. Für deine Entscheidung ist entscheidend, ob die Werte auf einen vergleichbaren Standort, eine vergleichbare Betriebsgröße und eine realistische Anlaufzeit übertragbar sind. Durchschnittswerte können erhebliche Unterschiede verbergen.
Verlange nachvollziehbare Grundlagen: Anzahl der Betriebe, betrachteter Zeitraum, Neueröffnungen, Schließungen, Standorttypen und die Frage, ob Umsätze inklusive oder exklusive Umsatzsteuer angegeben werden. Noch wichtiger sind Rohmarge, Personaleinsatz und tatsächlicher Unternehmerertrag.
Die zentralen Eingaben
Monatsumsatz netto
Die Umsatzplanung sollte aus Kundenfrequenz, Durchschnittsbon, Kapazität, Öffnungstagen und Anlaufkurve hergeleitet werden. Eine bloße Übernahme des Systemdurchschnitts ist keine belastbare Planung.
Rohmarge
Die Rohmarge zeigt, welcher Umsatzanteil nach Wareneinsatz oder direkt zurechenbaren Leistungskosten verbleibt. Vorgeschriebene Lieferanten, Einkaufskonditionen, Verderb, Schwund und Rabatte können den tatsächlichen Wert beeinflussen.
Franchisegebühr und Marketingumlage
Laufende Gebühren werden häufig prozentual vom Umsatz berechnet. Prüfe die genaue Bemessungsgrundlage und Mindestgebühren. Eine Marketingumlage ist nicht automatisch dein lokales Marketingbudget. Zusätzlich können eigene regionale Werbeausgaben verlangt oder notwendig sein.
Fixkosten, Personal und Unternehmerlohn
Zu den Fixkosten gehören Miete, Energiegrundkosten, Versicherungen, Leasing, Software, Verwaltung und lokales Marketing. Personal muss mit vollständigen Arbeitgeberkosten gerechnet werden. Der Unternehmerlohn ist keine Luxusposition: Er zeigt, ob die Selbstständigkeit deinen privaten Lebensunterhalt überhaupt tragen kann.
Rechenbeispiel (fiktiv)
Ein geplanter Betrieb erzielt 60.000 Euro Monatsumsatz bei 55 Prozent Rohmarge. Der Rohgewinn beträgt 33.000 Euro. Sechs Prozent Franchisegebühr und zwei Prozent Marketingumlage kosten zusammen 4.800 Euro. Sonstige Fixkosten von 14.000 Euro, Personalkosten von 10.000 Euro und ein Unternehmerlohn von 4.500 Euro ergeben 28.500 Euro.
Das Monatsergebnis liegt damit bei minus 300 Euro. Der Umsatz reicht also knapp nicht aus. Nach Systemgebühren verbleiben 47 Prozent des Umsatzes zur Deckung der Fixkosten. Der Break-even-Umsatz liegt bei rund 60.638 Euro. Schon diese kleine Differenz zeigt, wie sensibel das Ergebnis auf Umsatz, Rohmarge und Gebühren reagiert.
Die Gebührenprozentsätze beziehen sich im Rechner auf den Netto-Monatsumsatz. Bei vertraglicher Bruttobasis, Staffel- oder Mindestgebühren ist diese Vereinfachung anzupassen. Ordne Kosten nur einmal zu: bereits in der Rohmarge berücksichtigte direkte Personalkosten dürfen nicht nochmals als volle Personalkosten abgezogen werden.
Anfangsinvestition und Amortisation
Neben der Eintrittsgebühr entstehen häufig Umbau, Einrichtung, Kaution, Warenlager, Schulung, Eröffnung, Fahrzeuge, IT und Anlaufverluste. Die im Rechner eingegebene weitere Anfangsinvestition sollte alle notwendigen Positionen enthalten. Eine zusätzliche Liquiditätsreserve gehört ebenfalls in die Gesamtfinanzierung, auch wenn sie nicht vollständig verbraucht werden soll.
Die rechnerische Amortisation teilt das eingesetzte Anfangskapital durch den monatlichen Überschuss. Sie ignoriert zeitliche Schwankungen, Finanzierung, Steuern und Ersatzinvestitionen. Deshalb ist sie nur eine erste Orientierung. Bei negativem Ergebnis ist eine Amortisation nicht erreichbar.
Die Anlaufphase realistisch planen
Kaum ein neuer Standort erreicht ab dem ersten Monat den Zielumsatz. Erstelle eine monatliche Anlaufkurve. Miete, Personal und Systemgebühren können schon vollständig anfallen, während die Kundenzahl erst wächst. Diese Verluste gehören zum Kapitalbedarf.
Prüfe außerdem, ob Gebühren während der Anlaufphase reduziert werden, welche Eröffnungsunterstützung enthalten ist und ob der Franchisegeber verbindliche Standortanalysen liefert. Eine Umsatzprognose ersetzt keine eigene Marktprüfung.
Was du vor Vertragsabschluss prüfen solltest
- Welche einmaligen und laufenden Gebühren fallen vollständig an?
- Gibt es Mindestgebühren, IT-Kosten oder verpflichtende Schulungen?
- Welche Lieferanten und Einkaufspreise sind vorgegeben?
- Wie viele Partner haben eröffnet, verkauft oder geschlossen?
- Welche Gebiets- und Wettbewerbsschutzregeln gelten?
- Wie lang sind Vertrag und Verlängerung, und was passiert bei Kündigung?
- Wer besitzt Kundendaten, Website, Telefonnummern und lokale Profile?
- Welche Investitionen sind während der Laufzeit erneut erforderlich?
- Darf der Betrieb verkauft oder übertragen werden?
- Welche persönlichen Bürgschaften und Haftungen werden verlangt?
Umsatzsteuer in der Kalkulation: Verwende Kosten ohne abziehbare Vorsteuer. Nicht abziehbare Umsatzsteuer gehört dagegen zu den Kosten; das kann insbesondere bei steuerfreien Umsätzen relevant sein. Die Voraussetzungen regelt § 15 UStG. Steuerzahlungen und Erstattungen müssen zusätzlich zeitlich in die Liquiditätsplanung eingehen.
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Typische Rechenfehler
- Umsatz mit Einkommen verwechseln.
- Unternehmerlohn aus der Kostenplanung streichen.
- Marketingumlage als vollständiges lokales Marketing ansehen.
- Personalkosten nur mit Bruttolöhnen ansetzen.
- Anlaufverluste und Liquiditätsreserve vergessen.
- Durchschnittsumsätze unkritisch auf den eigenen Standort übertragen.
- Finanzierung und Ersatzinvestitionen nicht planen.
- Franchisegebühren nur als kleinen Prozentsatz bewerten, ohne ihre Wirkung auf den Gewinn zu rechnen.
Drei Szenarien vor der Unterschrift
Das vorsichtige Szenario sollte mit einer langsameren Anlaufkurve, geringerer Rohmarge und höheren Personalkosten rechnen. Im realistischen Szenario verwendest du nachweisbare Standort- und Systemdaten. Das ambitionierte Szenario zeigt das Potenzial, darf aber nicht Grundlage der Mindestfinanzierung sein. Entscheidend ist, ob Kapital und Liquidität auch das vorsichtige Szenario tragen.
Verändere die Werte einzeln. Schon zwei Prozentpunkte weniger Rohmarge können bei 60.000 Euro Monatsumsatz 1.200 Euro Ergebnis kosten. Eine um einen Prozentpunkt höhere Franchisegebühr belastet mit weiteren 600 Euro. So erkennst du, welche Annahmen vor Vertragsabschluss besonders sorgfältig belegt werden müssen.
Gespräche mit bestehenden Franchisepartnern
Sprich nicht nur mit vom Franchisegeber ausgewählten Vorzeigepartnern. Frage nach Anlaufdauer, tatsächlicher Wochenarbeitszeit, Personalfluktuation, Rohmarge, notwendigen lokalen Werbeausgaben, Investitionen und Unterstützung in schwierigen Phasen. Interessant sind auch ehemalige Partner, soweit sie erreichbar sind.
Vergleiche Aussagen mit den Vertragsunterlagen und deiner Planung. Einzelne positive oder negative Erfahrungen beweisen noch nichts, können aber auf Fragen hinweisen, die in einer Hochglanzpräsentation nicht vorkommen.
Finanzierung und Vertragsdauer zusammen denken
Die Laufzeit des Darlehens sollte zur wirtschaftlichen Nutzungsdauer der Investition und zum Franchisevertrag passen. Es ist riskant, wenn hohe Restschulden bestehen, obwohl der Vertrag endet oder eine Verlängerung ungewiss ist. Ebenso muss geklärt sein, ob Einrichtung und Standort nach Vertragsende ohne das System weiter genutzt werden dürfen.
Prüfe auch persönliche Bürgschaften, Rückbaupflichten und die Verwertung des Betriebs. Der rechnerische Gewinn eines laufenden Standorts sagt wenig darüber aus, welches finanzielle Risiko bei einem vorzeitigen Ende verbleibt.
Einordnung für deine Entscheidung
Ein gutes Franchisesystem kann Konzept, Marke, Prozesse und Einkaufsvorteile liefern. Dafür zahlst du Gebühren und gibst unternehmerische Freiheit ab. Die entscheidende Frage ist nicht, ob das System Umsatz erzeugt, sondern ob nach allen Vorgaben, Gebühren und einem realistischen Unternehmerlohn genügend Gewinn bleibt. Für die Planung solltest du jede Modellrechnung des Franchisegebers mit eigenen Standort-, Personal- und Finanzierungsszenarien nachrechnen.
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Im Erstgespräch klären wir deine Ausgangslage, offene Planungsfragen und passende Unterstützung.
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Häufige Fragen: Franchise-Rentabilität
Sie fällt typischerweise einmalig an, gehört aber zum Kapitalbedarf und muss wirtschaftlich aus künftigen Überschüssen zurückverdient werden. Ob und wie die Gebühr bilanziell oder steuerlich erfasst wird, ist eine eigene Frage und wird vom Amortisationsmodell nicht beantwortet.
Aus deinem privaten Bedarf einschließlich Krankenversicherung, Vorsorge und Steuern. Er ist von einem zusätzlichen Unternehmensgewinn zu unterscheiden. Der Rechner behandelt ihn als kalkulatorische monatliche Belastung; die steuerliche Behandlung hängt unter anderem von der Rechtsform ab.
Der Anteil des Nettoerlöses, der nach direkt zurechenbarem Wareneinsatz oder direkten Leistungskosten verbleibt. Personalkosten, die bereits in den direkten Kosten stecken, dürfen nicht nochmals vollständig in der separaten Personalposition abgezogen werden.
Das ist in vielen Systemen üblich. Dadurch zahlt der Partner auch dann Gebühren, wenn sein eigener Gewinn niedrig oder negativ ist. Der Rechner verwendet die Nettoumsatzbasis; vertragliche Mindestgebühren, Bruttobasen oder Staffeln brauchen eine Anpassung.
Das hängt von Vertragsdauer, Risiko, Investitionsart und Alternativen ab. Die Investition sollte deutlich vor Vertragsende wirtschaftlich zurückverdient sein. Eine längere Vertragslaufzeit allein macht eine Investition nicht rentabel; Zahlungsüberschüsse und Ersatzinvestitionen bleiben maßgeblich.
Nicht im Standardergebnis. Ergänze Zinsen, Tilgung und Gebühren in einer vollständigen Finanzierungs- und Liquiditätsplanung. Der Kreditrechner kann eine erste Abschätzung der zusätzlichen Kreditbelastung liefern.
Ja. Berechne mindestens eine vorsichtige, realistische und ambitionierte Variante und ändere zusätzlich Rohmarge sowie Personalkosten. Eine monatliche Anlaufkurve ist zusätzlich nötig, weil der Rechner einen konstanten laufenden Monat abbildet.
Nein. Vertrag, vorvertragliche Aufklärung, Standort, Systemhistorie und wirtschaftliche Unterlagen müssen fachkundig geprüft werden. Der Ergebniswert ist weder ein Kaufpreisgutachten noch eine Zusage für die Entwicklung des Standorts.
Nein, sie teilt Eintrittsgebühr plus Anfangsinvestition durch den positiven konstanten Monatsüberschuss. Finanzierung, Steuern, Anlaufverluste, Ersatzinvestitionen und die zeitliche Bewertung der Zahlungen fehlen. Der Investitions-Amortisationsrechner unterstützt eine weitere modellhafte Prüfung.
Wenn Rohmarge minus umsatzabhängige Systemgebühren nicht positiv ist, trägt zusätzlicher Umsatz im Modell nichts zur Deckung positiver Fixkosten bei. Ein endlicher Break-even-Umsatz ist dann nicht erreichbar. Prüfe Einkauf, Verkaufspreise und Gebühren, bevor du Wachstum als Lösung einplanst.

