Rechner · Finanzplanung
Rentenlücken-Rechner: Kapital und Sparrate bis zur Rente
Der Rechner verbindet Ansparphase und Ruhestand: Er ermittelt dein voraussichtliches Kapital zum Rentenbeginn, den Kapitalbedarf für deine gewünschte Zusatzrente und die Sparrate, mit der du eine Lücke schließen könntest.
Von Klaus Schaumberger · Stand: 28. Oktober 2026

Rentenlücke
Rentenlücke und Altersvorsorge berechnen
Vergleiche erwartetes Vorsorgekapital mit dem Kapital für dein Ruhestandsziel. Alle Eingaben bleiben in deinem Browser.
Rechenweg und Einordnung
Stand: 28. Oktober 2026. Unverbindliche Modellrechnung, keine Steuer-, Rechts- oder Sozialversicherungsberatung.
Wie berechne ich meine Rentenlücke?
Ziehe zunächst alle verlässlich erwarteten gesetzlichen, betrieblichen und privaten Renten von deinem gewünschten Monatseinkommen ab. Für diese monatliche Versorgungslücke wird ein Kapitalbedarf über die geplante Entnahmedauer berechnet. Davon gehen vorhandenes Kapital und der künftige Wert deiner laufenden Sparraten ab.
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Was der Rechner konkret zeigt
Du gibst Alter, Rentenbeginn, vorhandenes Vorsorgekapital, heutige Sparrate, erwartete Renditen sowie dein Einkommensziel ein. Das Tool verzinst Bestand und monatliche Beiträge bis zum Rentenbeginn. Anschließend berechnet es, welches Kapital nötig wäre, um die Differenz zwischen Wunscheinkommen und sonstigen Renten über die gewählte Ruhestandsdauer zu finanzieren.
Als drittes Ergebnis siehst du die erforderliche monatliche Gesamtsparrate. Liegt sie über deiner heutigen Sparrate, ist die Differenz dein zusätzlicher Handlungsbedarf. Liegt sie darunter, bedeutet das nicht automatisch, dass die Planung sicher ist: Inflation, Steuern, Kosten, Versorgungslücken und schwankende Kapitalmarktrenditen bleiben gesondert zu prüfen.
Fiktives Rechenbeispiel für einen Selbstständigen
Eine 45-jährige Person möchte mit 67 Jahren in Ruhestand gehen. 30.000 Euro sind bereits vorhanden, monatlich werden 500 Euro gespart. Bei modellhaften fünf Prozent Rendite wächst dieses Vermögen bis zum Rentenbeginn deutlich an. Gewünscht sind 3.000 Euro monatlich, erwartet werden 1.200 Euro aus anderen Quellen. Die zu finanzierende Lücke beträgt somit 1.800 Euro monatlich.
Für 25 Ruhestandsjahre und zwei Prozent Rendite in der Entnahmephase ist ein erheblicher Kapitalstock nötig. Der Rechner stellt Soll und voraussichtliches Ist nebeneinander. So wird sichtbar, ob die heutige Sparrate reicht oder ob Rentenbeginn, Zielbetrag, Risiko oder laufender Beitrag angepasst werden müssen.
Warum der heutige Rentenbescheid nur ein Baustein ist
Eine Renteninformation ist eine wertvolle Ausgangsbasis, aber keine vollständige Ruhestandsplanung. Selbstständige haben häufig wechselnde Versicherungsbiografien, freiwillige Beiträge, Versorgungswerke, Basisrenten, Depots, Immobilien oder Betriebsvermögen. Erfasse nur Leistungen, die realistisch belegbar sind, und trenne garantierte von prognostizierten Beträgen.
Die Deutsche Rentenversicherung stellt Informationen und Online-Rechner zur Altersvorsorge bereit. Für die Eingaben sollten aktuelle Unterlagen verwendet werden: Online-Rechner der Deutschen Rentenversicherung.
Inflation: Nominalbetrag oder heutige Kaufkraft?
Die Eingaben müssen zusammenpassen. Wer das gewünschte Einkommen in heutiger Kaufkraft angibt, sollte auch eine reale Rendite nach Inflation verwenden. Alternativ können alle Werte nominal hochgerechnet werden. Eine Mischung aus heutigem Bedarf und nominaler Rendite lässt das Ergebnis zu günstig erscheinen.
Beispiel: 3.000 Euro heute besitzen bei zwei Prozent Inflation in 22 Jahren nur noch einen Teil ihrer heutigen Kaufkraft. Für eine robuste Planung empfiehlt sich deshalb mindestens ein vorsichtiges Szenario mit niedrigerer Nettorendite sowie ein Stressszenario mit längerer Lebensdauer.
Rendite ist nicht gleich sichere Verzinsung
Eine durchschnittliche Rendite entsteht am Kapitalmarkt nicht gleichmäßig. Besonders ungünstige Börsenjahre kurz vor oder nach Rentenbeginn können die Entnahmefähigkeit stark verändern. Dieser sogenannte Reihenfolgerisiko-Effekt wird in einer einfachen Durchschnittsrechnung nicht vollständig abgebildet.
Rechne deshalb mehrere Varianten, zum Beispiel drei, fünf und sieben Prozent vor Kosten und Steuern. Für die Entnahmephase kann eine niedrigere Annahme sinnvoll sein. Je näher der Ruhestand rückt, desto wichtiger werden Reserve, Risikostreuung und eine flexible Entnahmeregel.
Was gehört zum gewünschten Monatseinkommen?
- Wohnen, Energie, Ernährung und Mobilität.
- Kranken- und Pflegeversicherung sowie Eigenanteile.
- Freizeit, Reisen und größere Ersatzanschaffungen.
- Steuern auf Renten und Kapitalerträge.
- Instandhaltung bei selbst genutzten Immobilien.
- Pflege-, Gesundheits- und Unterstützungsbedarf.
Schulden, die vor Rentenbeginn enden, können den Bedarf reduzieren. Gleichzeitig fallen betriebliche Ausgaben weg, die heute privat mitgetragen werden. Eine sauber getrennte private Haushaltsrechnung ist daher sinnvoller als eine pauschale Prozentregel vom letzten Einkommen.
Drei sinnvolle Szenarien
Basis: realistische Rendite, geplantes Rentenalter und heutiges Sparniveau. Vorsicht: niedrigere Rendite, zwei Jahre früherer Arbeitsausstieg und 30 Jahre Entnahme. Flexibel: höherer Sparbetrag oder späterer Ruhestand. Der Vergleich zeigt, welche Stellschraube den größten Effekt hat.
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Unternehmensverkauf nicht doppelt einplanen
Viele Selbstständige betrachten den späteren Verkauf des Betriebs als Altersvorsorge. Ein belastbarer Wert entsteht aber nur, wenn Erträge übertragbar, Prozesse dokumentiert, Kunden nicht vollständig inhaberabhängig und rechtliche Risiken beherrscht sind. Setze einen Verkaufserlös erst an, wenn eine nachvollziehbare Bewertung, ein Zeithorizont und ein realistischer Nettozufluss vorliegen.
Plane parallel eine Vorsorge, die nicht ausschließlich vom Unternehmen abhängt. Das reduziert das Risiko, in einem ungünstigen Markt verkaufen zu müssen. Investitionen in Übertragbarkeit können dennoch ein sinnvoller Baustein sein: zweite Führungsebene, wiederkehrende Erlöse und saubere Kennzahlen erhöhen Handlungsoptionen.
Jährlicher Vorsorge-Check
Aktualisiere vorhandenes Kapital, Sparrate, erwartete Renten und privaten Bedarf einmal jährlich. Nach großen Veränderungen – Heirat, Immobilienkauf, Rechtsformwechsel, Krankheit oder schwankendem Einkommen – sollte die Planung sofort überprüft werden. Dokumentiere Renditeannahmen nach Kosten und vermeide, vergangene Spitzenjahre einfach fortzuschreiben.
Prüfe nicht nur das Endkapital, sondern auch Schutz in der Ansparphase, Verfügbarkeit und steuerliche Flexibilität. Eine gute Vorsorgeplanung verbindet langfristiges Ziel mit kurzfristiger Zahlungsfähigkeit.
Typische Planungsfehler
- Inflation ignorieren oder doppelt berücksichtigen.
- Bruttorenten mit einem Netto-Ausgabenziel vergleichen.
- Steuern, Kosten und Krankenversicherung auslassen.
- Eine optimistische Rendite als sichere Zusage behandeln.
- Das vorhandene Betriebsvermögen ohne Verkaufsszenario ansetzen.
- Keine Reserve für lange Lebensdauer und Pflege einplanen.
- Den Schutz bei Krankheit und Berufsunfähigkeit vergessen.
So nutzt du das Ergebnis für deine Planung
Bei Selbstständigen ist nicht nur die Höhe der Sparrate entscheidend, sondern ihre Verlässlichkeit. Eine kleinere automatisierte Rate, die auch in schwächeren Monaten durchläuft, ist oft wertvoller als sporadische große Einzahlungen. Gleichzeitig sollte Altersvorsorge nicht die betriebliche Liquidität austrocknen. Zuerst braucht das Unternehmen eine belastbare Reserve; danach lässt sich der langfristige Vermögensaufbau planbar steigern.
Die wichtigsten Stellschrauben vergleichen
Erhöhe testweise die Sparrate, verschiebe den Rentenbeginn oder senke das gewünschte Zusatzeinkommen. Ein späterer Rentenbeginn wirkt doppelt: mehr Ansparzeit und kürzere Entnahmedauer. Diese Wirkung darf nicht über gesundheitliche oder berufliche Realitäten hinwegtäuschen. Plane einen früheren Ausstieg als Risikoszenario.
Einmalzahlungen können schwankendes Unternehmereinkommen gut ergänzen. Lege vorab fest, welcher Anteil eines überdurchschnittlichen Jahresgewinns in Vorsorge fließt. So wächst der Beitrag regelbasiert, ohne die Basisliquidität in schwachen Monaten zu gefährden.
Preisstand und Renditeannahme dokumentieren
Das Tool rechnet mit gleichbleibenden Monatsbeträgen und einem modellhaften Monatszins aus Jahreszins geteilt durch zwölf. Inflation, Gebühren und Steuern werden nicht automatisch berechnet. Verwende einen einheitlichen Preisstand und passende Renditen nach Kosten. Die Deutsche Rentenversicherung erklärt die Kaufkraft- und Abzugsgrenzen der Renteninformation. Modellrenditen sind keine Prognosen oder Anlageempfehlungen.
Nächsten Gründungsschritt planen
Im Erstgespräch klären wir deine Ausgangslage, offene Planungsfragen und passende Unterstützung.
Passende Werkzeuge und Leitfäden
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Häufige Fragen: Rentenlücke
Nein. Sie ist eine Modellgröße auf Basis deiner Annahmen. Renditen, Inflation, Lebensdauer, Kosten und Steuern können abweichen.
Nur als verfügbares Vorsorgekapital, wenn Verkauf, Beleihung oder Mietertrag realistisch Teil des Plans sind. Das selbst genutzte Haus ist nicht automatisch liquide.
Sie bestimmt, wie lange die monatliche Zusatzrente finanziert werden soll. Eine längere Dauer erhöht den Kapitalbedarf.
Sie ist die angenommene Verzinsung des noch nicht entnommenen Kapitals während des Ruhestands.
Ja. Das ist ein leicht verständliches konservatives Szenario, berücksichtigt aber weiterhin keine Inflation, falls du nominale Beträge verwendest.
Vergleiche konsistent: idealerweise verfügbares Einkommen nach realistischen Abzügen mit einem ebenfalls netto gedachten Bedarf.
Kombiniere eine tragbare feste Monatsrate mit zusätzlichen Einzahlungen in guten Monaten.
Nein. Er visualisiert einen Finanzierungsbedarf, empfiehlt aber weder Produkt noch Anlageklasse.
Zielbedarf und erwartete Rente müssen auf derselben Preisbasis stehen. Das Tool rechnet keine Inflation automatisch ein. Verwende konsequent nominale Zukunftsbeträge oder ein konsistentes Modell in heutiger Kaufkraft.
Ohne verbleibende Ansparzeit lässt sich fehlendes Kapital nicht durch eine künftige Sparrate aufbauen. Das Ergebnis zeigt dann einen sofortigen Kapitalbedarf; Zielbedarf, verfügbare Mittel oder Rentenbeginn sind anzupassen.

