Rechner · Finanzplanung
Verwässerungs-Rechner für Gründer und Beteiligungen
Der Rechner zeigt aus Pre-Money-Bewertung und Investment die Post-Money-Bewertung, den rechnerischen Investorenanteil und den verbleibenden Gründeranteil nach einem neuen Mitarbeiterpool. Zusätzlich kannst du die wirtschaftliche Größenordnung bei einem späteren Unternehmenswert betrachten.
Von Klaus Schaumberger · Stand: 28. Oktober 2026

Beteiligung und Verwässerung
Beteiligung und Verwässerung berechnen
Berechne Post-Money-Wert, Investorenanteil und verbleibende Gründerquote. Alle Eingaben bleiben in deinem Browser.
Rechenweg und Einordnung
Stand: 28. Oktober 2026. Unverbindliche Modellrechnung, keine Steuer-, Rechts- oder Sozialversicherungsberatung.
Wie berechnet sich die Verwässerung?
Die Post-Money-Bewertung entspricht Pre-Money-Bewertung plus neuem Investment. Der Investorenanteil ergibt sich aus Investment geteilt durch Post-Money-Bewertung. Bestehende Beteiligungen sinken proportional; ein zusätzlich nach der Runde geschaffener Optionspool reduziert die übrigen Quoten weiter.
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Fiktives Rechenbeispiel: 250.000 Euro Investment
Ein Startup wird vor der Runde mit einer Million Euro bewertet. Ein Investor zahlt 250.000 Euro. Die Post-Money-Bewertung beträgt damit 1,25 Millionen Euro und der rechnerische neue Anteil 20 Prozent. Hielt das Gründerteam zuvor zusammen 80 Prozent, sinkt diese Quote durch die Kapitalerhöhung anteilig.
Wird anschließend ein neuer Mitarbeiterpool von zehn Prozent der Gesellschaft geschaffen, tragen die übrigen Beteiligten zusätzliche Verwässerung. Der Rechner macht die Größenordnung sichtbar. In einer echten Finanzierungsrunde können Pool, Wandeldarlehen, Altgesellschafter, Bezugsrechte und Rundungsregeln die Cap Table komplexer machen.
Pre-Money und Post-Money sicher unterscheiden
Pre-Money bezeichnet den angenommenen Unternehmenswert unmittelbar vor dem neuen Kapital. Post-Money umfasst das frische Investment. Ein Angebot „250.000 Euro zu einer Bewertung von einer Million“ ist unvollständig, wenn nicht klar ist, ob eine Pre- oder Post-Money-Bewertung gemeint ist. Der Unterschied verändert den Prozentsatz erheblich.
Warum ein höherer Anteil nicht automatisch besser ist
100 Prozent an einem unterfinanzierten Unternehmen können wirtschaftlich weniger wert sein als ein kleinerer Anteil an einem stark wachsenden Unternehmen. Das Investment sollte einen nachvollziehbaren Werthebel besitzen: Produktentwicklung, Vertrieb, Team, Marktzugang oder Risikoreduktion. Vergleiche deshalb nicht nur Prozentpunkte, sondern auch Szenarien für Unternehmenswert, Liquidität und Erreichen des nächsten Meilensteins.
Optionspool: Wer trägt die Verwässerung?
Ein Mitarbeiterbeteiligungspool wird oft vor oder im Zuge einer Runde verlangt. Wird er pre-money eingerichtet, tragen häufig primär die bisherigen Gesellschafter die Verwässerung. Bei einer post-money betrachteten Anlage verteilt sich der Effekt anders. Der Rechner nutzt bewusst ein vereinfachtes Modell nach der Runde; die konkrete Vertragsmechanik muss im Term Sheet eindeutig beschrieben sein.
Liquidationspräferenz ist mehr als eine Quote
Eine Liquidationspräferenz kann bestimmen, dass Investoren bei Verkauf oder Liquidation zuerst einen bestimmten Betrag erhalten. Ein Faktor von 1x bedeutet häufig die Rückzahlung des Investments vor der gewöhnlichen Verteilung; Ausgestaltung, Teilnahme am Rest, Zinsen und Rang können jedoch stark variieren. Deshalb ist ein nomineller Anteil allein nicht genug, um den Exit-Erlös zu beurteilen.
Diese Punkte gehören zusätzlich in den Cap Table
- Alle Altgesellschafter und bereits zugesagten Optionen.
- Wandeldarlehen, SAFE-ähnliche Instrumente und aufgelaufene Zinsen.
- Bewertungsobergrenzen, Discounts und Verwässerungsschutz.
- Vesting, Good-Leaver- und Bad-Leaver-Regeln.
- Stimmrechte, Vetorechte und Beiratsbesetzung.
- Bezugsrechte bei späteren Runden.
- Liquidationspräferenzen und Exit-Verteilung.
Mehrere Runden simulieren
Eine einzelne Runde zeigt nur einen Zwischenstand. Kopiere den verbleibenden Anteil als Ausgangspunkt für die nächste Runde und rechne weitere Investitionen. So wird sichtbar, wie stark frühe Pool-Erweiterungen und mehrere Finanzierungsrunden wirken. Reserviere außerdem Spielraum für Schlüsselmitarbeitende und Folgefinanzierungen.
Bewertung plausibilisieren
Eine Bewertung ist kein objektiv feststehender Preis. Sie entsteht aus Verhandlung, Markt, Team, Traction, Risiken und Alternativen. Prüfe, welche Meilensteine das Kapital finanziert, wie lange die Runway reicht und welche nächste Bewertung dafür realistisch erreichbar sein muss. Eine maximal hohe Bewertung kann die Folgerunde erschweren, wenn das Wachstum nicht nachzieht.
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Exit-Erlöse als Wasserfall prüfen
Für ein realistisches Exit-Szenario reicht es nicht, den Verkaufspreis mit Anteilsquoten zu multiplizieren. Zuerst können Transaktionskosten, Schulden und Liquidationspräferenzen abgezogen werden. Danach entscheidet die Vertragsgestaltung, ob ein Investor nur die Präferenz erhält oder zusätzlich am Rest teilnimmt. Rechne niedrigen, mittleren und hohen Exit-Wert.
Auch Verwässerungsschutz kann spätere Verteilungen verändern. Full-Ratchet- und Weighted-Average-Klauseln wirken sehr unterschiedlich. Solche Mechanismen gehören in ein professionelles Cap-Table-Modell und eine rechtliche Prüfung, nicht in die einfache Erstübersicht.
Kontrolle und Beteiligung getrennt betrachten
Ein Minderheitsinvestor kann durch Vetorechte großen Einfluss auf Budget, Finanzierung, Personal oder Verkauf erhalten. Umgekehrt kann ein Gründer trotz hoher Quote durch Vesting oder Leaver-Regeln wirtschaftliche Rechte verlieren. Prüfe daher Kapitalanteil, Stimmrecht und Sonderrechte in getrennten Spalten.
Erstelle vor Verhandlung eine Liste aus Muss-, Kann- und Ausschlusskriterien. So wird nicht erst unter Zeitdruck entschieden, welche Rechte wichtiger sind als ein zusätzlicher Bewertungspunkt.
Typische Fehler
- Pre-Money und Post-Money verwechseln.
- Den Optionspool aus der Betrachtung auslassen.
- Nur Prozentanteile statt Rechte vergleichen.
- Wandeldarlehen und offene Zusagen vergessen.
- Exit-Werte ohne Liquidationspräferenz verteilen.
- Eine Runde ohne Folgefinanzierungsbedarf planen.
- Bewertung mit sofort verfügbarem Unternehmenswert gleichsetzen.
So nutzt du das Ergebnis für deine Planung
Die wichtigste Frage lautet selten „Wie viel Prozent gebe ich ab?“, sondern „Welche Entwicklung kann ich mit diesem Kapital erreichen und welche Rechte räume ich dafür ein?“. Ein sauberer Cap Table mit mindestens drei Zukunftsszenarien sollte vor jeder Unterschrift stehen. Die wirtschaftliche Modellrechnung ersetzt dabei weder Gesellschaftsrecht noch steuerliche Strukturierung.
Vorbereitung auf die Verhandlung
Erstelle einen vollständig verwässerten Cap Table, in dem auch zugesagte Optionen und wandelbare Instrumente stehen. Rechne mehrere Investmenthöhen und Bewertungen. Für jede Variante sollten Gründerquote, Investor, Pool und verbleibende Reserve nach der Runde sichtbar sein. Ergänze außerdem einen realistischen Kapitalplan bis zum nächsten finanzierbaren Meilenstein.
Prüfe anschließend die wirtschaftliche Wirkung unterschiedlicher Rechte. Eine etwas niedrigere Bewertung kann akzeptabel sein, wenn weniger Präferenzen und Vetos vereinbart werden. Umgekehrt ist eine hohe Schlagzeilenbewertung wenig wert, wenn Folgefinanzierung, Exit oder Gründerhandlungsfähigkeit stark eingeschränkt sind.
Welche Daten nicht in die einfache Quote passen
Wandeldarlehen benötigen Zins, Laufzeit, Discount und Cap. ESOP- oder VSOP-Modelle unterscheiden sich in rechtlicher und steuerlicher Wirkung. Rückkaufrechte, Vesting und Leaver-Regeln hängen von Ereignissen ab. Halte diese Punkte in einer separaten Szenariotabelle fest und lass sie fachkundig strukturieren.
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Im Erstgespräch klären wir deine Ausgangslage, offene Planungsfragen und passende Unterstützung.
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Häufige Fragen: Beteiligung und Verwässerung
Dein prozentualer Anteil sinkt, wenn neue Anteile ausgegeben werden, obwohl deine absolute Anzahl an Anteilen gleich bleiben kann.
Nein. Wenn das Investment den Gesamtwert stärker erhöht als deine Quote sinkt, kann der wirtschaftliche Wert deines Anteils steigen.
Der zusammengefasste Anteil, den Gründer unmittelbar vor dem Investment halten.
Nicht zwingend. Er kann reserviert sein, obwohl einzelne Optionen erst später zugesagt werden.
Damit du die wirtschaftliche Größenordnung deiner verbleibenden Quote in einem einfachen Zukunftsszenario sehen kannst.
Nein. Steuerfolgen hängen von Rechtsform, Beteiligungsstruktur und Vorgang ab.
Für die Gesamtquote ja; individuelle Rechte und Verteilungen müssen separat modelliert werden.
Nein. Er ist ein verständlicher Schnellcheck für eine vereinfachte Runde.
Ja, in diesem Modell wird der Pool nach der Finanzierungsrunde geschaffen und reduziert alle bisherigen Quoten einschließlich des neuen Investors proportional. Ein vor der Runde vereinbarter Pool braucht eine andere Rechnung.
Nein. Der Rechner multipliziert nur eine Quote mit einem angenommenen Unternehmenswert. Schulden, Transaktionskosten, Steuern, Liquidationspräferenzen und sonstige Sonderrechte sind nicht abgebildet.

